China, Peking 1

11.10.10: Mein CS-Host führte mich durch das Pekinger Metrosystem in das kleine Apartment mit einer deutlichen schöneren Aussicht als in Ulan-Bator. Inmitten im südlichen Wohngebiet Pekings, links der Sichelmond, rechts der Sonnenuntergang. 12.10.10: Am nächsten Tag zeigte mir mein CS-Host die Wangfujing-Straße – eine breite Einkaufsmeile. In einer Seitenstraße davon gab es viele chinesische Leckereien. So probierte ich neben Zikaden (ganz OK) auch Dünndarm-Suppe (nicht empfehlenswert!), allerlei undefinierbares Zeug und natürlich auch Skorpione. Letztere waren wirklich überraschend lecker.Obwohl erst zwei Tage in Peking, fühlte ich mich bereits jetzt unglaublich wohl. Im Vergleich zu Ulan-Bator ist dies ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Straßen sind sauber, die Menschen überaus nett und die Gegenden unglaublich sicher. Keine offensichtlichen Taschendiebe, besoffenen Jugendliche oder streitsüchtige Banden. Ein sehr guter Restaurantbesuch kostet umgerechnet ca. 4-5 € (mehrere Gänge inkl. Getränke), ein sättigender Snack an der Straße ca. 0,30 €., eine Metrofahrt quer durch die City 0,20 € (Bus 0,04 €) oder ein Taxi durch die Stadt (20-25 km) ca. 4 €. Alles ist wirklich unglaublich günstig und überraschend gut. An jeder Ecke gibt es Restaurants und Snackbuden. Sehr viele Chinesen essen außerhalb (Morgens, Mittags, Abends), weil sich kochen preislich kaum lohnt – absolut nachvollziehbar.

Gerne erzähle ich noch eine kleine Anekdote über ein denkbar ungünstiges Szenario. In China angekommen wollte ich die Tage natürlich Geld abholen. Ich gehe also an einen Geldautomaten, stecke meine Karte ein und klicke mich durch das Menü. PIN-Eingabe … nichts passiert … erneute PIN-Eingabe … nichts passiert. Zu einem anderen Automat gewechselt, PIN-Eingabe … „falsche PIN“. Falsche PIN??? Ich probierte drei weitere Bankinstitute aus aber irgendwie scheint meine Kreditkarte nicht mit den Banken zu harmonieren. Glücklicherweise stattete mich mein CS-Host mit ausreichend chinesischer Währung aus, so dass ich die wichtigsten Dinge wie bspw. die Beantragung des nepalesischen Visums problemlos erledigen konnte. Später, meinen Computer mit dem Internet verbunden, wollte ich via Skype meine Bank anrufen. Dafür benötige ich Skype-Guthaben. Dafür habe ich einen PayPal-Account. Doch leider meinte PayPal meinen Account sperren zu müssen, da ich mich von einem anderen Land einlogge (was für ein Schwachsinn!). Meinen PayPal-Account habe ich bis dato (21.10.10) nicht entsperrt bekommen. Auch konnte ich Skype nicht via Kreditkarte aufladen, da diese gesperrt zu sein scheint. … Ein wunderbares Gefühl. Inmitten in einem fremden Land mit gesperrter Kreditkarte und gesperrtem PayPal-Account. Zwar habe ich noch einige weitere Optionen, um über die Runden zu kommen, dennoch sind diese nur für den Notfall. Glücklicherweise durfte ich den Skype-Account meines CS-Hosts nutzen und meine Bank kontaktieren. Diese schaltete ohne Probleme meine Kreditkarte frei und wünschte mir Glück, dass es beim nächsten Bankautomaten klappt… Gesagt getan. Nächster Tag, neuer Automat, neue Versuche. Versuch 1: nichts passiert. Versuch 2: falsche PIN (sie war richtig eingegeben!). Versuch 3 (schwitzige Hände, Herzklopfen) … … … ratter-ratter-ratter – mir fiel ein ganzes Gebirge vom Herzen. Das Schubfach öffnete sich und mich lächelten einige hundert Yuan an. Merke: Am Ende wird alles gut. 🙂

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4 Kommentare zu China, Peking 1

  1. Erhard sagt:

    Lieber Mathias,
    Deine Weltreise-Berichte zu lesen ist stets eine ganz besondere Freude + Bereicherung.
    Kompliment zu Deiner reiseschriftstellerischen Begabung. Die guten Fotos
    ergänzen auf eindrucksvolle Weise Deine geschilderten Erlebnisse. Herzlichen Dank!
    Auch noch für die Postkarte aus Moskau. Die ganze Familie nimmt Anteil an Deinem
    Abenteuer, das Dein ganzes weiteres Leben prägen wird und das Du, demnächst verwurzelt in Beruf und Familie, sicher nicht mehr nachholen kannst.
    Weiterhin „gute Reise“ und bleib gesund!
    Herzlichst Deine Gerda und Erhard. 21.10.10

  2. Corina sagt:

    Hey du Fernreisender,
    … europäisierte Exilchinesen behaupten übrigens, dass Chinesen viel gesünder wären, wenn sie nicht alles in die Pfanne hauen würden, was sich bewegt… 😉
    …zu mindest ist dieser zweifelnde Gesichtsausdruck sehr schön getroffen…hihihi…

    …spätestens nach der Nummer mit der „falschen“ PIN wäre ich bestimmt des Landes verwiesen worden wegen schlechtem Benehmen in der Öffentlichkeit.

    Wie sieht´s denn so mit den typischen Klischees über den chinesischen Altag aus?
    Bitte, bitte noch viel mehr schöne Bilder hochladen…

    LG Corina

    • Mathias sagt:

      So wie ich das mitbekommen habe, leben die Chinesen zumindest in Peking überaus gesund. Die Leute werden steinalt und sind alle relativ schlank. Zudem sind sie sehr ökonomisch – sie essen wirklich alles vom Tier. Da kommt nichts um. Und wenn ich alles sage, meine ich alles. 😉
      Zum Thema Alltag: Familie, Arbeit, Freunde und Essen nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein – auch in der Reihenfolge. Wobei die Bedeutung zum Punkt Familie (insbesondere die Eltern) und Arbeit ihres gleichen sucht. Das ganze Leben richtet sich danach aus.

  3. Clausi sagt:

    Unglaublich,
    der frisst als Biologie den Chinesen die ganzen Fritösen-Tiere weg.
    So n gegrillter Lurch hat auch ne Seele….
    Naja, bist halt einer von der grünen Fraktion 🙂

    Mach weiter so Jung!

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