Mongolei (Terelj-Nationalpark)

03.10.2010: Auf dem Weg zum Terelj-Nationalpark, der Geburtsstätte von Dschingis Khan, durfte ich mich mit einem Adler auf dem Arm fotografieren lassen. Ohne Frage ein sehr prächtiges Exemplar.Im Camp angekommen bezog ich mein eigenes Ger (Jurte), schaute mir erstmal alles gründlich an und genoss, da die Saison vorbei war, dass ich der einzige Touri im Camp war. Nachteilig war nur, dass aus Frostschutzgründen auch die Duschmöglichkeiten inaktiviert waren…Abends wurde es schon erschreckend kalt in der Gegend. Genau hierfür gab es einen kleinen, süßen Ofen im Ger. In Wirklichkeit war es jedoch ein Monster. Nachdem ich das Teil abends schön mit Holz präpariert und aktiviert habe, heizte das Teil bis zur Rotglut ein. Es gab leider keine Möglichkeit den Ofen irgendwie zu regulieren, wodurch ich plötzlich meine eigene Sauna mit über 50°C hatte. Wahrscheinlich war es noch heißer, doch höhere Temperaturen konnte mein Thermometer nicht anzeigen. Meiner mir lichtspendenden Kerze gefiel das ebenfalls wenig, denn sie schmolz schlicht dahin…So verbrachte ich meine Zeit bis zur ausreichenden Abkühlung unter dem sternenklaren Himmel. Inmitten im Niemandsland, weit und breit kein Licht, auf 1600 Meter Höhe und ohne Mond bot sich mir ein unbeschreiblich atemberaubender Sternenhimmel. Leider ist es unmöglich diese Sternenfülle fotografisch festzuhalten. Gemütlich zählte ich die Sternschnuppen und dokumentierte mein Glut spukendes Höllen-Ger…Am nächsten Tag traf ein überaus nettes Pärchen aus England im Camp ein. Beide haben ihren absoluten Traumjob bei Google (bestes Arbeitsklima, sehr gute Bezahlung bei geringen Arbeitszeiten, überall Getränke und Snacks) aufgegeben, um auf Reisen zu gehen. Zusammen besuchten wir Nomaden und erkundeten auf Wildpferden die Gegend.Nein, das ist kein Nomade der aus einem Ger schaut…Am letzten Tag unternahm ich noch eine etwas größere Wander-/Klettertour, um einen höchstmöglichen Aussichtspunkt zu erreichen. Nach zwei Stunden Richtung Osten war es dann soweit. Vor mit eröffnete sich eine großartige Aussicht.Bisher lief bei meiner Reise ja eigentlich alles glatt. Bei dieser Wanderung machte ich auch mal eine nervenaufreibende Erfahrung. Als ich den letzten Felsen hochkletterte, um die Aussicht zu genießen habe, bin ich ordentlich mit dem linken Fuß umgeknickt (auf dem Foto oben sieht man mein leicht angewinkeltes Bein). Zwei Stunden entfernt vom nächsten Camp genoß ich erstmal die Aussicht, die Stille und sondierte meinen Fuß. Mir blieben noch zwei Stunden bis zur Dunkelheit, um zurück zu kommen – inkl. umgeknicktem Fuß. Ich hatte ja alles dabei: warmen Extra-Pulli, Pfefferspray, Trinken, Essen… nur meine Stirnlampe hatte ich vergessen… Und nachts ist es hier ohne Mond wirklich stockfinster. Eine interessante Herausforderung dachte ich mir. Hüpfend/humpelnd eilte ich die Berge hinunter dem Sonnenuntergang entgegen.…und erreichte auch rechtzeitig mit Einbruch der Dunkelheit und ordentlich außer Atem das Camp. Dort traf ich noch zwei sehr nette Schweizer, welche mir einige Tipps zur schnelleren Heilung gaben. Nach ein paar gemeinsamen abendlichen Wodkas fuhren wir gemeinsam am nächsten Tag zurück nach Ulan-Bator.

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6 Kommentare zu Mongolei (Terelj-Nationalpark)

  1. Steph sagt:

    … einfach nur „WOW“ :o)

  2. Hella sagt:

    Lieber Mathias,

    vielen Dank, dass Du uns an Deiner eindrucksvollen und interessanten Reise teilhaben lässt!! Weiterhin alles Gute und viele interessante Begegnungen!

    LG
    Ulli, Hella, Corinna und Christian

  3. Daniel sagt:

    Hi Matze,

    deine Karte aus Moskau ist inzwischen angekommen. Vielen Dank dafür!
    Deine Bilder aus dem Terelj-Nationalpark und vom Baikalsee sind echt wahnsinn! Aber für Ulan-Bator hättest du nicht soweit fahren müssen (sieht aus wie Frankfurt-Oder!)
    😉

    Viele Grüße und weiterhin eine tolle Reise!

    Daniel & Kati

  4. Jens sagt:

    Dschingis Khan wurde nicht mal in der Nähe des Terelj Nationalparks geboren, sondern wahrscheinlich im Nordosten des Landes in der Nähe von Dadal. Wenn das ein Reiseleiter erzählt, dann ist es der übliche dumme Touristennepp. Genau wie die Tierquälerei mit den gefangenen Adler – so ein Angebot sollte man als aufgeklärter Mensch aus der ersten Welt nicht noch unterstützen – sonst geht so etwas weiter zum Leidwesen der Tiere und den Mongolen hilft es nicht wirklich. Diese Tiere leben im Hochaltai zwischen der Mongolei und Kasachstan und da kann man sie bei den Adlerjägern bestaunen, sie werden da zu mindest etwas Artgerechter gehalten, auch wenn das Ganze nicht ganz unumstritten ist.
    Sicher sind das alles Dinge die Du nicht hören willst aber Reisen bildet zwar aber etwas mehr Bildung kann nicht schaden, ich hoffe der Fuss ist wieder dran – merke – In der Mongolei geht man nie allein weiter weg von der Truppe, das habe ich auf neun Expeditionen hier auch lernen müssen.

    • Mathias sagt:

      Zum Zeitpunkt der Mongolei war ich in der dritten Woche meiner Reise und (offensichtlich) weniger aufgeklärt als jetzt, nach 8,5 Monaten Reise durch Asien. Dinge, die ich nicht hören/sehen will, gibt es dabei nicht – ganz im Gegenteil. Jeder Mensch ist in einer andauernden Lernphase, so verständlicherweise auch ich. Mein Reisebericht in Zusammenhang mit Deinem Kommentar hilft dabei mit Sicherheit anderen Reisenden sich achtsamer in der Mongolei zu bewegen. 🙂

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